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Rechenbrett und Abakus Rechenbretter kannte man schon vor 2500 Jahren in Persien. Auf einer Vase mit Bildern des Perserkönigs Darius rechnet ein Beamter mit Zahlsteinchen auf einem Rechentisch. Aristoteles berichtet um 300 v. Chr. über eine Volkszählung unter Zuhilfenahme von Rechenbrettern. Die Römer entwickelten ihr Rechenbrett weiter zum Handabakus, der in Spalten verschiebbare Perlen für Einer, Fünfer, Zehner usw. enthielt. Auch heute noch werden solche Abakus in Teilen Chinas und Russlands benutzt. In Westeuropa wurde nach dem Mittelalter das Rechenbrett wieder ausgegraben. Daneben lehrte der deutsche Rechenmeister Adam Riese Riese alternativ auch die schriftlichen Rechenverfahren. Diese waren mit den indischen Ziffern über die Araber zu uns gelangt. Möglich wurden sie erst durch die Einführung der Zahl Null im 7. Jahrhundert. Als Napoleons Soldaten den Abakus aus Russland reimportierten, hatten sich die schriftlichen Rechenverfahren so weit durchgesetzt, dass die hölzernen Hilfsmittel nur noch als Lehrmittel Verwendung fanden. |
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Römisches Rechenbrett (nach einer Reproduktion im Römerkastell Saalburg) Nachbau 2002 R.A. ►G1 |
Die Spaltenbezeichnungen stehen von links nach
rechts für Millionen, Hunderttausender, Zehntausender, Tausender, Hunderter,
Zehner, Einer und Zwölftel. Der obere Teil des Rechenbretts ist genauso aufgebaut wie der römische Handabakus. Allerdings fehlt die Spalte für die kleinsten Münzen. Die untere Felderreihe wurde beim Multiplizieren für den Multiplikator verwendet. |
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Rechenbrett
nach Adam Riese 1492-1559 Nachbau 2000 R. A. ►L1 |
Plättchen auf den Linien repräsentieren von
unten nach oben Einer, Zehner Hunderter, Tausender. Plättchen dazwischen
stehen für Fünfer, Fünfziger, Fünfhunderter. Das Rechenbrett konnte auch ein mit Linien besticktes Tuch oder ein mit Intarsien furnierter Tisch sein. Gerechnet wurde mit speziellen Münzen ohne Geldwert, so genannten Rechenpfennigen. |
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Rechenpfennige aus Kupfer und Bronze Deutschland 1485, 1596, 1667 und 1753 Ø ca. 3 cm, ca. 1 mm dick |
Rechenpfennige waren Münzen, die keinen
Geldwert hatten, wohl aber reichhaltig mit Vignetten und Sprüchen versehen
waren.
Gerechnet wurde meist auf einem
speziellen Tisch, der mit eingelegten Linien versehen war.
Die Methoden zum Rechnen finden sich in Adam Rieses Rechenbuch |
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Römischer Handabakus Aufbau nach Beschreibung von Marcus Welser, 1594, abgebildet bei Bischoff ►L36 Im Original aus Bronze Nachbau in Holz 2003 R.A. |
Links sieben dezimale Spalten für Millionen,
Hunderttausender, ... Einer. Die Perlen unten zählen jeweils einfach, die oberen
fünffach. Die Einer (Zeichen L, dritte Spalte von rechts) sind in Zwölftel
aufgeteilt
(Zeichen Θ, unten fünf
Einer- und oben eine Sechserperle). Mit der Spalte ganz rechts kann
man diese Zwölftel weiter halbieren, vierteln oder zwölfteilen. Bei anderen
Varianten befinden sich die vier Perlen dieser Spalte in einem
gemeinsamen Schlitz. Römischer Taschenrechner |
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Suanpan chinesischer Abakus zwei Fünfer- und fünf Einerperlen je Stelle ab ca. 1300 verwendet bis heute Abakus-Rechenkünstler |
13 Stellen Die beiden oberen Perlen ("Himmel") haben den fünffachen Wert wie unteren fünf ("Erde"). Dieser Aufbau entspricht dem römischen Zahlensystem (I, V, X, L, C, D, M,...). Die eigentlich überzählige zweite Kugel oben und die fünfte Kugel unten erleichtern wohl einerseits den Übertrag. Andererseits ermöglichen sie in jeder Stelle theoretisch die Darstellung von 16 Ziffern (0-15). Laut ðThe Abacus Handbook wurde mit dem Abakus sowohl dezimal, sondern als auch hexadezimal gerechnet: einige chinesische Maßeinheiten sind (waren?) im 16-er-System aufgebaut. |
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Soroban (Japan) Tschu Pan (Korea) Ban Tuan (Vietnam) Abwandlung des Suanpan nach ca. 1600 mit nur einer Fünferperle, aber noch mit fünf Einerperlen |
27 Stellen (auch mit 13, 17 oder
21 Stellen üblich). Die Perlen haben die Form von Doppelkegeln. Auf dem Steg ist jede dritte Stelle markiert, auf dem Rahmen jede sechste. Gegenüber der chinesischen Form wurde eine der Fünferperlen eingespart. Auf der breiten Seite gibt es weiterhin fünf Perlen je Stelle, das erleichtert den Übertrag. ðNäheres bei Jörn Lüthjens |
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Soroban japanischer Abakus mit vier Einerperlen ab ca. 1930 ►G16 |
13 Stellen Gegenüber der älteren japanischen Form wurde hier eine weitere Perle eingespart. Der Aufbau entspricht damit wieder dem eines römischen Abakus. Die Bereinigung von Überträgen muss sofort erfolgen. Hightech-Variante ðNäheres beim Hersteller |
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Abakus
frühe Sharp-Periode Elsi Mate EL 8048 No. 002 ca. 1980 Große Abbildung Anderer Zwitter |
Etwa 10 Jahre nach Einführung der ersten
Taschenrechner stellte die Firma Sharp mehrere Ausführungen eines
Tascherechners mit angebautem Abakus her. Welches Gerät für die Hauptarbeit und welches für die
Gegenrechnung bestimmt war, ist im Nachhinein nicht mehr feststellbar. Das
Format von 30x8x2 cm kann im Vergleich mit heutigen Geräten jedenfalls
schwerlich als handlich bezeichnet werden.
ðNäheres
bei Nathan Zeldes
ðSharp EL-428 ðSunny |
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Stschoty russischer Abakus ab ca. 1700 hergestellt ca. 1990 Anwender |
12 Stellen Der Stab mit vier Kugeln wurde für Viertelrubel verwendet, die drei Stäbe darunter für Kopeken (Zehner, Einer und Viertel). Häufig finden sich in der untersten Stelle ebenfalls nur vier Kugeln (für Viertelkopeken). |
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Kartenzähler Mason & Co. Makers Chicago Ill. |
Zusammenklappbarer Abakus (ca. 30 x 30 x 3 cm) zur Buchführung bei einem unbekannten Kartenspiel. Auf der Innenseite sind Spielkartensymbole vom As bis zum König im Gegenuhrzeigersinn aufgetragen, daneben befinden sich jeweils vier Kugeln zum Zählen. |