Der Dreh bringt`s

Bei mechanisch arbeitenden Rechengeräten ist die Grenze zwischen Analogrechnern und Digitalrechnern manchmal unscharf. Die drei Rechenscheiben auf dieser Seite scheinen auf den ersten Blick eindeutig digital zu funktionieren: Eingegeben und abgelesen werden Ziffern. Es gibt keine Skalen und keine Zwischenwerte.

Der Additioneur

Die Grundprinzipien, nach denen diese Geräte funktionieren sind aber eigentlich die des Analogrechners. Die eingegebenen Zahle werden in Strecken oder Kreisbögen verwandelt und als solche addiert. Der Additioneur von Joseph Funke besitzt sogar eine Art stufenloses Getriebe. Auch dieses funktioniert analog, erst beim Ablesen wird durch einen Trick erreicht, dass die Zehnerstelle in die nächste Position springt.

Der Addierer besteht zwei Scheiben mit einer gemeinsamen Achse. Die Unterlage (quadratisch) und die Deckplatte sind  feststehend. Fenster auf der Deckplatte geben den Blick auf die beiden Drehscheiben frei. Eingegeben werden die Zahlen durch Einstechen auf einem der Löcher und Herunterziehen zur Null. Die abgebildete Scheibe zeigt die Zahl 162.

Die Einerstelle des Ergebnisses (hier die 2, sie ist auf der oberen Scheibe aufgedruckt) ist dabei in dem kleinen Ausschnitt unterhalb der Achse sichtbar. Die untere Drehscheibe, auf ihr ist die Zehner- und Hunderterstelle (hier 16) aufgedruckt, dreht sich dabei mit. Die beiden Stellen sind in einem wandernden Ausschnitt der Einerscheibe sichtbar. Wenn die 16 oben verschwindet, wird unten die 17 auftauchen, später die 18.

Die Zehnerscheibe besitzt insgesamt ein Loch weniger als die Einerscheibe. Dadurch entsteht bei jeder Umdrehung ein kleiner Versatz (im Loch neben der 9 gut erkennbar). Deshalb taucht nach einer vollen Umdrehung der Einerscheibe nicht wieder die 16 im Zehnerfenster auf, sondern die auf der dritten Scheibe über der 16 aufgedruckte 19.

Gelöscht wird der Addierer, indem man bei dem einzelnen Loch außen auf der Zehnerscheibe einsticht und es im Uhrzeigersinn zur 0 führt, wo es in einer hier nicht sichtbaren Vertiefung auf der Unterlage einrastet. Die Einerscheibe wird dabei über eine der drei Nadeln mitgedreht und steht schließlich ebenfalls auf 0. Durch Rückwärtsdrehen der Scheiben ist auch Subtraktion (bzw. Rückgängigmachen einer Eingabe) möglich.

Aus der Patentschrift (DRP 335921):