Blechschieber

Zu den populärsten Rechengeräten des 20. Jahrhunderts gehören die Blechschieber. Sie sind preiswert herzustellen, und ihre Bedienung ist einfach: Mit einem Stift werden Zahnstangen unter den Schaulöchern des Ablesefensters verschoben. An der Farbe der Zahnstange am Einstichpunkt erkennt der Bedienende, ob er den Stift nach oben oder nach unten führen muss. Auf dem Weg nach oben wird der Stift um eine U-Kurve geführt und zieht die benachbarte Zahnstange um eine Stelle nach unten. Erfunden wurde das Prinzip um 1850 von Kummer, erfolgreich vermarktet wurde es etwa ab 1880 in Frankreich von Troncet, dann in Deutschland von Hamann (Trick) und später von Meuter (Produx) und Kübler (Addiator). Die Geräte selbst taugen nur zum Addieren und Subtrahieren. Für die Multiplikation wurden überwiegend Tabellenbücher benutzt, später gab es einige Kombinationen mit Rechenstäben. Mechanische Zubehörteile zum Multiplizieren sind meist für den Dauergebrauch nicht geeignet. Außer den hier gezeigten Geräten gab es auch Scheibenrechner nach demselben Prinzip.


Trick
Mercedes,
Mehlis, Deutschland
ab 1912
Tasco
Pocket Arithmometer

USA
ca.1960
Addition, Subtraktion 8 Stellen
Bedienung mit Stift
Hakenzehnerübertrag
Umschalten auf Subtraktion durch Verschieben einer Maske

 
Addiator
C. Kübler, Berlin
links Negativ
SN 173844
Mitte Duplex Alu
SN A613975
rechts Universal
Preis 1967: 13,50 DM
►G 39

 
Negativ: Addiator mit zusätzlichem Anzeigefeld für negative Zahlen.

Universal: 6-stellig, einseitig, zusätzlich Anzeige negativer Zahlen. Die Ausführung ohne negative Zahlen hieß "Arithma Addiator".
Innenansicht
Erweiterungen 
Geräte für Zoll und Zeit
Taschenrechner
Japan
ca. 1970
Addition, Subtraktion 8 StellenBedienung mit Stift
Hakenzehnerübertrag
Subtraktion durch aufgedruckte Komplementärzahlen
und Hakenzehnerübertrag unten statt oben.
Correntator
Jean Bergmann, Berlin
(Herstellung Otto Meuter)
SN 103917
Preis 1923:10 RM

Exactus Mini-Add

Exactus Business Machines
London, ca. 1965 ►G 17 
 
Correntator: Addition und Subtraktion 9 Stellen
Bedienung mit Stift, Hakenzehnerübertrag
Umschalten auf Subtraktion durch Umlegen einer Klappe

Exactus: Addition und Subtraktion für englische Währung
Pfund (vierstellig), Schilling (zweistellig bis 20), Pence (einstellig bis 12) und Viertelpence
Geräte für englische Währung 
Tarema
H. W. Ebmeyer
Leipzig ca. 1935
Addition und Subtraktion 9 Stellen
Bedienung mit Stift, Hakenzehnerübertrag
Addition und Subtraktion auf einer Seite
Machine à calculer
RAYMOND

Casimir Raymond, Pernes
Frankreich
1948
Preis 1949: 1600 Franc

Addition, 9 Stellen, Löschschieber
Bedienung mit Stift, Hakenzehnerübertrag
Subtraktion mit selbst zu errechnende Komplementärzahlen, auch Multiplikation und Division wird in der Anleitung beschrieben.
Erhältlich war außerdem eine doppelseitige Ausgabe
(Rückseite für Subtraktion)
 
 
Produx
Otto Meuter, Hamburg

links:
Saldo-Maschine
Modell Standard ab 1928
►G 31

rechts:
Rechenhexe
OEM-Ausführung ca. 1955
►G 46
Addition und Subtraktion 8 Stellen
Bedienung mit Stift, Hakenzehnerübertrag
Addition und Subtraktion auf einer Seite

Rechenhexe mit 10 Stellen  und "Dekadenschieber" zum Multiplizieren. Bedienungsanleitung zum Download

Produx-Rechner wurden von Handelsvertretern auf eigene Rechnung und unter eigenem Markennamen vertrieben.


 
Addiator Supra
ab 1919
SN A121490
mit Multix

C. Kübler, Berlin
►G 42 
Addition / Subtraktion 8 Stellen
Subtraktion auf der Rückseite
Bedienung mit Stift, Hakenzehnerübertrag

Anklemmbare Zusatzvorrrichtung "Multix" mit Notizfeldern aus löschbarer Wachsfolie zur Beschriftung mit dem Rechenstift. Das obere Feld ist gegenüber dem unteren verschiebbar. 
Funktion  Anleitung
ð Simulation bei www.tang-ram.de
Addiator Elsarie
Ausführung des Addiator Duplex für den arabischen Markt
C. Kübler, Berlin
Addition / Subtraktion 7+1 Stellen
(letzt Stelle rechts für Achtelbruchteile)
Subtraktion auf der Rückseite
Bedienung mit Stift, Hakenzehnerübertrag
ð Näheres im Rechnerlexikon

 
Maximator
(OEM-Addiator)
ca. 1950
C. Kübler, Berlin
Addiator Negativ mit zusätzlichem "Speicherwerk" auf einem Tischfuß aus Gusseisen. Das Speicherwerk ist ein einseitiger Addiator, mit dem Zwischenergebnisse addiert werden können.

Zeitweise wurden die Markennamen "Addiator" und "Produx" von verschiedenen Angehörigen der Familien  Kübler bzw. Meuter gleichzeitig genutzt. Umgekehrt stellten die Firmen auch Rechner her, die von Handelsvertretern unter eigenem Markennamen vertrieben wurden.
ðNäheres bei www.addiator.de

 
Addiator Hexadat
C. Kübler, Wolfach/Baden
SN D702261
Preis 1972: 93,12 DM
►G 40
Addition und Subtraktion einseitig, 8-stellig hexadezimal
zusätzliche Anzeige für hexadezimales Komplement
Anwendungsbeispiel