Nicht für das Leben - für die Schule rechnen wir...

Eine Rechenmaschine in der Schule einzusetzen - das war schon früh ein Schülertraum.  So richtig erfüllt hat er sich erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als sich der Rechenstab als  Hilfsmittel der höheren Klassen durchzusetzen begann. Erst gegen Ende der Mechanikzeit, also etwa in den sechziger Jahren, gab es konkrete Pläne, Klassen mit Curtas auszustatten. Vorrichtungen und Maschinen, die den Lernprozess unterstützen sollten, gab es jedoch auch abgesehen vom Abakus schon sehr lange. Einige davon sollen hier erwähnt werden.


(aus: Fliegende Blätter Nr. 2820)

 

Fingerrechner

Diese „Fingerrechenmaschine“ wurde entwickelt von Wilhelm Wlecke, dem dafür im Jahre 1919 ein Patent erteilt wurde.
Der Patentschrift zufolge lassen sich damit Plus-, Minus-, Ergänzungs- und Tauschaufgaben im Zahlenraum bis 20 errechnen,
aber ebenfalls Multiplikationsaufgaben des kleinen Einmaleins."

Abakus für fingerfertige Kleinkinder

wohl mehr zum Greifen als zum Rechnen geeignet

Zahlenklötze

made in USA, ähnlich den Cusenaire-Stäbchen

Zahlenwaage

Sie ermöglich das sinnliche Erfassen und Vergleichen von Zahlenwerten und die elementare Addition.

 

Abakus für Brüche

Computeranimationen können den Umgang mit Material nicht ersetzen.
Deswegen gibt es nach wie vor viele Unterrichtshilfen zum Anfassen, allerdings vorwiegend für die Grundschule.


       Je größer der Nenner, desto kleiner das Teil.


Ein Ganzes
gleich vier Viertel

Ein Halbes gleich
vier Achtel

Sechs Achtel
sind weniger als
fünf Sechstel

1/4 + 1/3
 = 3/12 + 4/12
= 7/12

2 * 3/8 = 6/8

Archimedes Bruchapfel

Früher waren solche Apparaturen aufwendiger. Hier ein Anschauungsmittel für die Bruchrechnung etwa von 1930:

Rechenspiel

(Georg Herbecker 1921)  Patentiert wurde ein "Rechenspielapparat mit durch Federn weiter gedrehten Figuren, dadurch gekennzeichnet, dass zugleich mit der Weiterbewegung der Figuren auf Walzen aufgeschobene Hülsen mitgedreht werden, deren Ansätze an Tastendrückern hängen bleiben und die Figuren zum Stillstand bringen, wenn die Tastendrücke nicht rechtzeitig in der Reihenfolge niedergedrückt werden, welche der Lösung einer Rechenaufgabe entspricht, die durch den mit dem Rechenspiel verbundenen Rechenaufgabenring gegeben wird."

 

 

Rechenaufgaben-Puzzle

Und hier können die Erkenntnisse dargestellt werden:

Lerncomputer fürs Dualsystem

Drei übereinander angeordnete rote "Flip-Flops" werden von einem Taktgeber "Clock" (rechts herausragender Schieber) betätigt und zeigen ihren jeweiligen Zustand links im "Read Out" durch die Zahl 0 oder 1 an. Die abgebildete Maschine ist als Zähler programmiert. Durch Umstecken der weißen Plastikröhrchen lässt sich die Maschine auch zum Addieren oder Vergleichen von Zahlen benutzen. Die abgebildete Maschine brachte der Wissenschaftsjournalist Heinrich Schiemann um 1965 seinem Sohn als Geschenk aus den USA mit.

Später gab es noch ein Nachfolgemodell. --> Oldcomputermuseum Hier wird mit Kugeln binär gezählt und gerechnet.

Taschenrechner fürs Fünfersystem

Hier ein weiteres - wohl nicht ganz ernstzunehmendes - Modell.
Gerechnet wird mit den fünf Fingern der linken Hand, die durch die Löcher zu stecken sind.
Ob es mit Rücksicht auf das Dezimalsystem ein Gegenstück für die rechte Hand gibt, ist nicht bekannt.