Rechenhelfer

Neben den teuren mechanischen Rechenmaschinen für den universellen Einsatz wurden im Laufe der Jahre eine Vielzahl praktischer und billig herzustellender Hilfsmittel für spezielle Einsatzzwecke hergestellt. Viele dieser Rechenhilfen waren auf einen speziellen Einsatzzweck hin entworfen und basierten auf teilverdeckten oder sonstwie animierten Tabellen. Die einfachsten Versionen waren einfach drehbare oder verschiebbare Multiplikationstabellen mir dem großen Einmaleins in Form von Schiebern oder Röhrchen. Andere verzichteten auf lange Zahlenkolonnen und machten sich, vergleichbar einem Abakus, den Aufbau des Dezimalsystems zunutze. Schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts entwarf Lord Napier of Merchiston einen Satz von Holzstäbchen, mit dem man sich Multiplikationstabellen für mehrstellige Zahlen zusammenstellen konnte. Die Napier-Stäbe wurden später vielfach variiert und weiterentwickelt, Schickard malte die Muster auf drehbare Zylinder und setzte sie als Multiplikationsteil seiner Rechenmaschine ein. 
Napier-Stäbe
John Napier 1550-1617

(Replik 2003 Tropenholz,
Herkunft vermutlich Afrika oder Indien)
Indexleiste als erster Faktor, Vielfachenleisten für 1 bis 9 zur Zusammenstellung des zweiten Faktors, verwendet als Multiplikationshilfe.Diagonal nebeneinander stehende Ziffern benachbarter Leisten sind zu addieren
Zusatzstab zum Ziehen von Quadrat- und Kubikwurzeln.
Vorgänger und Nachfolger
Stephan Weiss Peter Kernwein
Theutometer
Merkur Verlag
Wehingen, D
ca. 1908
(Replik durch Arithmeum)
Laut Packungsaufschrift "ein ägyptischer Rechenstab", (das klingt gehimnisvoll) letztlich aber eine genaue Kopie der Napier-Stäbe in Form von 20 Pappstreifen, vorn und hinten verschieden beschriftet, so dass jede Ziffer viermal zur Verfügung steht. Hier die Anleitung

Bei Stephan Weiss findet sich eine Variante des Theutometers zum Selberausschneiden.

 

Genaille-Stäbe zur Multiplikation
Henri Genaille
Frankreich
1891
 
Indexleiste für einstelligen ersten Faktor, Leisten für 0 bis 9 für mehrstelligen zweiten Faktor.
Beispiel: 4 x 4372 = 17488 (Rechts beim Pfeil beginnen, dann nach links der Grafik folgen)
Weiterentwicklung Peter Kernwein
Genaille-Stäbe zur Division
Henri Genaille
Frankreich
1891
Indexleiste für einstelligen ersten Faktor, Leisten für 0 bis 9 für mehrstelligen zweiten Faktor.
Beispiel: 5621 : 4 = 1405 Rest 1
(Einstelligen Faktor auf dem Indexstab suchen. Links in der obersten Zahlenreihe dieses Faktors beginnen und dem Pfeil folgen. Auf dem Indexstab steht der Rest.)
The Locke Adder
C. E. Locke Mfg. Co
Kensett Iowa
USA 1901
5 $
P 12
Addition, Subtraktion, 9 Stellen
Bedienung mit Fingern nach dem Prinzip des Abakus
Übertrag muss manuell erfolgen
Ablesung schräg von vorn
Näheres   Anleitung
 
Bezique Marker
Charles Godall & Sons
Camden, London
ab 1890
Großhandelspreis: 9 Schilling
für 12 Gerätepaare
Addiergerät mit 4 Stellen nach dem Prinzip des Abakus
Beim Bézique-Spiel aus Frankreich (in Deutschland als Binokel bekannt) gibt es Punkte für bestimmte Kartenkombinationen. Diese werden mit dem Marker addiert. Das spielkartengroße Gerät funktioniert wie ein Abakus mit Einer- und Fünferkugeln. Sein Clou ist der verborgen eingebaute Federmechanismus für die Klappen.
Darnley's Patent Rotable Lightning Calculator, Pencil Case, Ruler & Measure
British Make
1921
 
Einmaleinstabelle 1x1 bis 20x20, darüber drehbarer Zylinder mit Ableselöchern. Verwendbar zur Aufbewahrung von Stiften, angeblich auch als Lineal oder zum Messen (6-Zoll-Skala)
In Deutschland vertrieben als "Roka, der rechnende Federkasten".
Magic Multiplier
Patended Apex Products Corp
New York

 
Bleistiftaufsatz
Folienröhrchen auf Einmaleinstabelle
Bereich 2x2 bis 12x12
Rechenmaschine aus Überraschungsei
Ferrero
ca. 1986
Einmaleinstabellen 2x1 bis 9x5 (Vorderseite) und 2x6 bis 9x10 (Rückseite) auf drehbarem Zylinder unter Plastikquader mit Schaulöchern.
Ad∙O∙Master jr
USA
ca. 1960 ?
Lochscheibe aus Presspappe zur Addition und Subtraktion von Zahlen zwischen 1 und 20.
Summe bis 100, Signalfeld für die Überschreitung der 100.
Manuelle Nullstellung.
Zusätzliche Multiplikationsskala von 1x1 bis 10x12, die jedoch sehr umständlich zu bedienen ist.
Fraction of an inch adding machine
B.K. Elliot Co.
Pittsburg, USA
G 56
Addition von  Zollbruchteilen (Halbe, Viertel, Achtel ... Vierundsechzigstel) Umwandlung des Ergebnisses in einen Dezimalbruch.
Betätigung mittels Stift
Nullstellung mittels Lasche.
Belichtungsrechner
Lios Scop
Made in Germany
ca. 1925
Optischer Belichtungsmesser mit Umrechnungsschieber zur Umsetzung des ermittelten Lichtwerts in die beste Zeit- Blenden-Kombination.

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