Frühe Scheibenaddierer

Im auslaufenden 19. Jahrhundert erreichten einige phantasievolle Rechnerkonstruktionen den Massenmarkt, die mechanisch hinter den ausgefeilten Übertragsmechanismus einer Pascaline zurückfielen, aber billiger herzustellen waren und durchaus in manchen Bereichen einen praktischen Nutzen hatten. Die ersten Maschinen hatten gar keinen Übertragsmechanismus:

 Hier die Adall, ein Scheibenaddierer aus England, bei der die Zehner- und die Hunderterstelle auf eine Scheibe aufgetragen ist und die Hunderterstelle an einer Spirale abgelesen werden kann, in der ein Stift von außen nach innen läuft.

 

In Deutschland wurden ähnliche Lösungen angeboten, etwa die Union-Rechenscheibe, zu finden in der Sammlung von Wolf-G. Blümich. Daneben gab es aber auch eine Adall-Variante,  die mit einem Hunderterzahnrad arbeitet, das von einem Stift weitergeschaltet wird. Sie hieß Maxima und kam von Dr. Hauff in Berlin. Eine weitere Spielart namens RSB Universal  war "made in Bavaria". Hier war die Spiralführung im Zentrum durch eine logarithmische Rechenscheibe ersetzt. So konnte man mit diesem Gerät auch multiplizieren, musste dafür aber die Hunderterstelle bei Addition und Subtraktion wohl im Kopf verfolgen.

 

Ähnlich bedienbar wir die Adall, aber handlicher im Format und mit einem sehr viel raffinierteren Mechanismus versehen war der etwa von 1868 bis 1910 hergestellte Webb-Adder. Im 20, Jahrhundert gelang es schließlich auch bei Kleinaddiermaschinen, einen mechanischen Übertrag über mehrere Stellen hinweg zu realisieren.