Rechenlineale mit Zahlenscheiben

Im Jahre 1642 stellte der französische Mathematiker und Philosophen Blaise Pascal eine Addiermaschine vor, die in der Folgezeit in etwa 50 Exemplaren gebaut wurde, von denen heute noch 9 erhalten sind. Ihr komplizierter Zahnradmechanismus für den automatischen Übertrag funktionierte bereits über mehrere Stellen hinweg, (9999+1=10000) jedoch waren die Einstellscheiben nur in einer Richtung drehbar. Subtraktionsaufgaben ließen sich nur durch Addition von Komplementärzahlen bewältigen. Zwanzig Jahre vor Pascal hatte der Theologieprofessor Wilhelm Schickard eine "Rechenuhr" konstruiert, bei der man auch durch Rückwärtsdrehen der Einstellräder subtrahieren konnte. Die Maschine von Schickard ging jedoch verloren und wurde nur in Form einer Konstruktionsskizze überliefert. Ihre Ideen finden sich im frühen 20. Jahrhundert in preiswerten stiftbedienbaren "Rechenlinealen" wieder, die vor allem in den USA verbreitet waren. Europäsche Geräte dieses Typs waren aufwendiger konstruiert und gemäß ihres Preisniveaus eher fürs Büro bestmmt. 

The Calcumeter
(urspr. The Standard Desk-Calcumeter)
H.N. Morse, Trenton N.J.
ab 1901
SN 31503
Preis: ab 10$
 
Addition, 7 Stellen, sehr leichtgängig.
Löschung erleichtert durch kleine Nullmarkierung auf jeder Einstellscheibe.
Es existierten Modelle von 5 bis 9 Stellen teilweise mit separatem Löschrad. Daneben gab es auch ein Modell für englische Währung.
Innenansicht
The Calculator
The Calculator Corp.
Grand Rapids ab 1907
Preis: 7,50 $
Addition 7 Stellen
Eingabe mit Stift 
Subtraktion über Zehnerkomplement
Übertrag nur vorwärts
Rechnerlexikon Detlev Bölter
Conto Modell C
Carl Landolt & Co
Thalwil bei Zürich
ab 1912
SN 1439
Preis 1920: 250 SFr
Addition, 8 Stellen
Eingabe mit Fingern über leicht gängige Hebel
Der Inhalt des Eingaberegisters (untere Schaulöcher) wird über den kleinen Schieber am oberen Rand ins Resultatregister (obere Schaulöcher) übertragen
Resultatregister löschbar über den kleinen Hebel.
Große Abbildung und Modell A
 
Addier-Maschine "Baum"
Michel Baum, München
(Daemen-Schmidt, Zürich)
ab 1913
SN 490
Preis: 75 Mark
Addition 7 Stellen
Eingabe mit Stift
Subtraktion über Zehnerkomplement (Overlay)
Eingabekontrollregister, löschbar durch Knopfdruck,
Gesamtlöschung über Schieber
Innenleben  Anleitung
Lightning Portable
Adding Machine

The Lightning Adding Machine Co., Inc.
Los Angeles ab 1945
Preis: 10 $
G 27
Addition 7 Stellen
Eingabe mit Stift 
Subtraktion über Zehnerkomplement
Übertrag nur vorwärts
Schieber für Löschung
Innenleben
Rechnerlexikon
Addometer
Reliable Typewriter
& Adding Machine Co
Chicago, ab 1928
oben: dezimal
unten: Zoll-Ausführung
G 3 
 
Addition, Subtraktion
8 Stellen dezimal oder alternativ 6 Stellen dezimal + eine Stelle für Zoll (12er-Teilung) + eine Stelle für Achtelzoll
Eingabe mit Stift, Schieber für Löschung
Übertrag vor- und rückwärts
Innenleben
 
Dial-A-Matic
Sterling
USA
1957
Scheibenaddierer
Addition und Subtraktion 4 Stellen
Übertrag vor- und rückwärts
Eingabe mit Stift
SEE Calculator
Selective Educational Equipment
USA
1968
Voll funktionsfähiges Demonstrationsmodell
der "Dial-A-Matic" in transparentem Gehäuse
Addition und Subtraktion 4 Stellen
Übertrag vor- und rückwärts
Eingabe mit Stift
Größere Abbildung
KES-ADD
Pocket Adder
Hart-Vance Company
USA,
ca. 1960
$ 1,98 $
Addition und Subtraktion 6 Stellen
Eingabe mit Stift
Übertrag vor- und rückwärts
Eingabe mit Stift

Rechenwerkzeug.de