Analog rechnende Geräte

Analogrechner müssen nicht notwendigerweise aus logarithmischen Skalen bestehen. Sie können auch proportionale Hebel oder Getriebe enthalten (vergleiche dazu den Additioneur) oder sich die Gesetze der Elektrotechnik zunutze machen.

Der Biomate ist ein Analogrechner zur Unterstützung beim Finden von Ausreden. Er wurde in den siebziger Jahren per Kleinanzeige in den USA und Großbritannien vertrieben. Die dahinter stehende Theorie besagt, dass es einen festen Zyklus für die gefühlsmäßige, intellektuelle und physische Leistungsfähigkeit eines Menschen gibt, dass die Zyklen in Form von Sinuskurven ablaufen und dass jede dieser Kurven im Moment der Geburt bei 0 beginnt. Die kritischsten Tage sind dabei nicht die mit der schlechtesten Leistungsfähigkeit, sondern die Tage, an denen ein positiver Wert in einen negativen umschlägt.

Man stellt also auf der äußeren Scheibe seinen Geburtstag ein, stellt alle Kurven auf 0 und dreht die Scheiben weiter bis zum aktuellen Datum. So erhält man seine aktuelle Performance. Auf dem Etui findet sich das Motto: "Be safe and happy with Biomate". Die Hälfte der Gebrauchsanweisung preist die Leistungen des Geräts. Richtig angewendet verhilft es angeblich dazu, geschäftlich erfolgreich zu sein, Unfälle zu verhüten, glücklich zu heiraten und das Geschlecht seines Kindes vorab festlegen zu können.

Die andere Hälfte der Anleitung aus Angaben darüber, wie das Gerät einstellen muss, wenn der Tag der Geburt schon etwas länger her ist, und wie man die Einwirkung von Schaltjahren korrigiert (Das Gerät rechnet mit 366 Tagen pro Jahr).

 

Hier ein Getrieberechner von Leonardo Torres Quevedo (1895) zur Bestimmung der reellen und komplexen Lösungen kubischer Gleichungen.

 

 

 

Eine Maschine zur Berechnung von Gezeiten von 1920. Die rückseitige Beschriftung der Postkarte lautet: "Uncle Sams mechanischer Prophet.". Auf der Aufnahme von der Rückseite kann man all die kleinen Räder erkennen, die zusammenarbeiten um die Zahlenfülle einer Gezeitentabelle zu erzeugen, die von den Küstenbehörden und geodätischen Ämtern in Washington veröffentlicht werden. Das Gerät berücksichtigt gleichzeitig 37 Einflussfaktoren, darunter die relative Position von Sonne, Mond und Erde und die Form des Hafens. Es berechnet die Zeit und Höhe des Hoch- und Niedrigwassers für hunderte von Häfen. Die interne Toleranz der Maschine beträgt 1/600 Zoll.

 


 

 

Auch dieser Tide Height Calculator dient zur Bestimmung von Tidenhöhen. Es ist allerdings sehr viel einfacher aufgebaut.

 

Der Edmund Analog Computer ist ein elektronischer Analogrechner. Es können Multiplikationen und Divisionen, auch mit Sinus-, Kosinus- und Tangenswerten gegebener Winkel durchgeführt werden. Man stellt mit dem linken Drehknopf den ersten Faktor ein, der mittlere Drehknopf wird auf den zweiten Faktor gestellt und der rechte Drehknopf solange gedreht bis bei gedrücktem Testknopf auf der Anzeige die Nullstellung erreicht ist. Dann kann auf der rechten Skala das Ergebnis abgelesen werden. Das Ganze funktioniert wie eine Potentiometerschaltung mit drei Potis und wird von zwei 1,5-Volt-Batterien gespeist. Die Zeiger an den Potis können zur Eichung und Verbesserung der Genauigkeit mit Madenschrauben verstellt werden.

 

Während das vorhergehende Gerät als Bausatz für Bastler auf den Markt kam, war das nebenstehend abgebildete Gerät offenbar ernsthaft als analoger Taschenrechner gedacht. Der MATH-O-MATIC Star-lite NOMT- 660 wurde etwa in den 60er Jahren (also noch vor den digitalen Taschenrechnern) in Japan hergestellt. Er ist etwa 15cm x10cmx4cm groß.

Wer ihn kaufte und wozu er eingesetzt wurde, bleibt im Dunkeln. Ausweislich seines Einstellrads beherrschte er Multiplikation, Division Prozentrechnung und sogar Quadrieren und Wurzelziehen.

Photo courtesy of Professor Mohamad H. Hassoun, Detroit, Michigan, USA."